Backe Backe Plätzchen

Gepostet am Nov 23, 2007

Bäcker Loskarn hat gerufen

Ein ganzer Platz wird zur Backstube – diesen Traum hat bamberg-guide-Leckerbäcker Thomas Loskarn in diesem Dezember wahr werden lassen – vom 1. bis zum 3. Dezember können alle Kinder im großen Bäcker-Zelt vorbeikommen und ihre eigenen Weihnachtskreationen in Form bringen und backen.

“Im Grunde wollten wir einfach etwas Geld für den Kindergarten St. Otto sammeln”, erklärt Thomas Loskarn die Anfänge des Projekts, “dann kam uns die Idee mit dem Zelt, und unser ganzes Team war Feuer und Flamme.” Tja, nun steht also ein großes 50 qm-Zelt auf dem Troppauplatz, mit zwei Öfen an der einen und einer großen Gasheizung an der anderen Seite. Zwischen der heißen Luft stehen zahlreiche Tische, an denen sich die Kleinen tummeln und Blech neben Blech ihre Plätzchen vorbereiten.

“Jedes Kind bekommt Teig für ein Blech und kann dann verschiedene Formen ausstechen”, Bäckermeister Streit hat gerade “Dienst” und kümmert sich mit seinem Lehrling liebevoll darum, dass auch die richtige Reihenfolge eingehalten wird, “erstmal müssen die ausgestochenen Plätzchen nebeneinander gelegt werden, dann werden sie sorgfältig bestrichen und am Schluss mit Schoko- oder Zuckerperlen garniert. Schließlich kommt noch der Name des Kindes darunter und ab für ca. 6-7 Minuten in den Ofen. Am Ende nehmen die Kinder dann ihr eigenes Gebäck mit nach Hause.” Besonders beim Bepinseln kommt es öfters zu Tumult: “Jeder will natürlich der Erste sein, und dann gibt es viele, die einfach viel zuviel auf den Teig streichen und dann wird das nichts mehr im Ofen. Aber dafür sind wir ja da”, mit einem Lächeln erklärt er der siebenjährigen Claudia, wie das mit dem Backen funktioniert…

Die ist ganz begeistert und extra mit Oma Helga zum Bäckerzelt gekommen: “Meine Eltern arbeiten beide immer ganz lang und da kommen wir nicht zum Plätzchenbacken”, erklärt sie und streut sorgfältig eine weitere Lage Schokoperlen auf ihre kleinen Kunstwerke. “Für meinen Papa mach ich ganz viele Monde, wir schauen nämlich immer mit dem Fernrohr vom Balkon in den Himmel, und die Mama bekommt ein großes Herz.” Das dürfen wir eigentlich nicht verraten, aber es sei uns verziehen…

Oma Helga beäugt inzwischen den Ofen: “Ich habe früher auch mal in einer Bäckerei gearbeitet, und da hatten wir auch solche Öfen.” Und da sie es ja wissen muss, fragen wir nach ihrem Eindruck. “Das ist eine klasse Sache und vielleicht auch eine Anregung für viele, die das Backen fast schon verlernt haben heutzutage. Wir haben meiner Tochter auch noch nichts erzählt, die wird sicher Augen machen!” Währenddessen schiebt Claudia ihr Gebäck mit Meister Streit in den Ofen. Ein Blech tiefer liegen futuristisch anmutende Teigkreationen, der Zettel am Rand verrät, dass sie Julian gehören. Den finde ich mit leuchtenden Augen etwa zwei Zentimeter vor der Scheibe des Backofens.

Stolz erklärt der Achtjährige: “Das ist eine Eisenbahn mit zwei Waggons. Die Räder sind ein bisschen schief.” Dafür sind sie über und über mit Zuckerperlen bestreut…
So wie Claudia und Julian finden jede halbe Stunde etwa zehn bis fünfzehn Kinder inklusive Angehörigen in der improvisierten Backstube Platz. Der Unkostenbeitrag von zwei Euro kommt übrigens dem Kindergarten St. Otto zugute, doch auch für die anderen Kindergärten der Umgebung hat Leckerbäcker Loskarn eine Überraschung parat: “Wir fahren bei jedem Kindergarten vorbei und machen Plätzchen mit den Kindern. Die werden dann in unserer großen Backstube gebacken und dann können die Kinder sie entweder an der Weihnachtsfeier essen oder mit nach Hause nehmen.” Hoffen wir, dass diese Aktion im nächsten Jahr wiederkommt und vielleicht noch einige Nachahmer findet.