30 Meter Zopf vom Leckerbäcker

Gepostet am Nov 16, 2007

500 Euro für die Lebenshilfe Hirschaid

Bamberg-Guide-Leckerbäcker Thomas Loskarn hatte sich wieder einen Rekord vorgenommen und geknackt – diesmal war es der längste Hefezopf der Welt. Und mit 30 Metern sollte ihm das auch gelungen sein. Das feine Gebäck landete dann allerdings Stück für Stück in den Händen der Besucher des Hirschaider Frühjahrsmarktes für einen guten Zweck: Die Frühförderstelle der Lebenshilfe…

“Wann fangen wir denn an?” Diese Frage bechäftigt Moderator und Besucher um kurz vor dreizehn Uhr am Sonntagmittag meisten. Schließlich kreisen bereits seit mehreren Stunden Menschenschlangen um die zehn Bierbänke , auf denen das lange Gebäck begutachtet werden kann. “Da läuft einem ja richtig das Wasser im Munde zusammen”, raunt eine Passantin und so sorgt die allgemeine Lust auf den Hefezopf dafür, dass Bäckermeister Thomas Loskarn einem verfrühten Verkaufsstart zustimmt.

Und schon kann es losgehen. Heidemarie Pfeffermann von der Lebenshilfe Hirschaid nimmt das große Bäckermesser in die Hände und schneidet die ersten fünfzehn Zentimeter ab, die auch schon sofort einen Abnehmer finden. Von überall strecken sich den Kassendamen Hände mit Geldscheinen entgegen – offensichtlich ist der große Zopf fest in die Essensplanung der Bürger der 11.500-Einwohner-Gemeinde eingebunden.

“Das ist ein ganz besonderes Rezept. Alles kann ich natürlich nicht verraten, aber es sind etwa 100 eier, 40 Kilo Mehl, acht Kilo Butter und vier Kilo Zucker darin.” Thomas Loskarn blickt mit stolz auf die Menschentraube – nach zwei Minuten sind bereits fünf Meter verkauft. “Unser Team war insgesamt über zehn Stunden damit beschäftigt, die 90 Kilo Teig zu verarbeiten.” Doch seine Mitarbeiter sind das schon gewohnt: “Wir suchen immer wieder die Herausforderung, schließlich gibt es viele Back-Rekorde, die man noch brechen kann”, schmunzelt der Mann im weißen Dress.

Wichtig ist ihm dabei jedes Mal, dass der Reinerlös einem caritativen Zweck zugute kommt. Diesmal ist es die Beratungs- und Frühförderstelle der Lebenshilfe, einer Außenstelle der Lebenshilfe in Bamberg. Die Leiterin Heidemarie Pfeffermann hat auch schon konkretes mit den 562,30 € vor, die bei dem Verkauf des Zopfes zusammengekommen sind: “Wir haben in unserer Beratungsstelle einen Zauberraum mit Schwarzlicht und Msuikanlage – da muss einiges erneuert und ausgebaut werden – das hätte sonst noch lange warten müssen.”

Die Heilpädagogin ist die erste Anlaufstelle für Eltern von auffälligen 0-6-jährigen Kindern: “In der letzten Zeit nehmen motorische und sprachliche Störungen immer mehr zu. Bei uns können sich Eltern jederzeit kostenlos beraten lassen.” Nachdem auch hier die Finanzierung immer wieder auf der Kippe steht, tut die kleine Finanzspritze sichtlich gut. “Wir sind natürlich auch auf solche Aktionen angewiesen und freuen uns über das Engagement von der Bäckerei Loskarn und den Hirschaidern.” Dem kann sich das bamberg-guide-team nur anschließen.