Der Bamberger Sterntaler

Der Bamberger Sterntaler

Gepostet am Nov 26, 2007

Gebäck und Kaffee für den guten Zweck

Für viele Menschen schaut die nachmittägliche Pause trostlos aus: Zehnmal aufgewärmer, fast durchsichtiger Filterkaffee, dazu der vorletzte Keks aus einer tagelang schon offenen Packung – zum Bistumsjubiläum kann das anders werden: Mit Jubiläumskaffee und Sterntaler – einer Nobel-Prinzenrolle – wird der kleine Snack zum Erlebnis. Und eine sinnvolle Spende ist auch damit verbunden.

Ausbildung – Arbeit – Zukunft

Für das Bamberger Festjahr schlecht hin – das 1.000-jährige Bistumsjubiläum dachte sich das Erzbistum eine ganz besondere Aktion aus: Die Sozialinitiative „Ausbildung – Arbeit – Zukunft – für Menschen in unserer Region“. Für jedes Jubeljahr des Erzbistums sollen 1.000 Euro gesammelt werden, um jungen Menschen Berufsstart und Ausbildung zu erleichtern und Langzeitarbeitslosen wieder eine Perspektive zu geben. Und das alles vor Ort, in unserer Region. Nachdem 1.000 x 1.000 bekanntermaßen eine Million ergibt, war es leicht auszurechnen, dass der Klingelbeutel alleine nicht genügen würde.

Leckerbäcker Feuer und Flamme

So kam das Team um Dr. Rainer Scherlein (Stabsstelle Fundraising) auf die Idee eines Jubiläumsshops und eigener Produkte, mit denen regionale Anbieter gleichermaßen unterstützt und zur Unterstützung des Projektes motiviert werden sollen. Leckerbäcker Thomas Loskarn war gleich Feuer und Flamme von der Idee, mit seinen Künsten dabei zu sein. In nächtelangen Sessions entstand das Rezept für den Sterntaler, ein Doppelrund von der Größe einer CD, dazwischen eine feine Nuss-Nougat-Schicht, die zart schmelzend auf der Zunge zergeht. Der leckere Mürbteigtaler trägt obendrauf noch einen gelben Marzipanstern als Verzierung.

Jubiläumskaffee

Mit im Unterstützer-Team ist auch Heinz Wehner, der auf den Rat seines Ortspfarrers erst vor zwei Jahren mit einer eigenen Kaffee-Rösterei in Euerbach begonnen hat. Seine mittlerweile 15 Sorten Kaffee sind alle aus fairem Handel und werden demnächst das BIO-Prädikat erhalten. Eigens für das Bistumsjubiläum kreierte er einen würzig-vollen Mix aus mexikanischem, kolumbianischem und indischem Hochlandkaffee. Die besondere Mischung ist nur beim Erzbistum erhältlich.

In aller Munde

Beide Jubiläumsprodukte stellten der Leckerbäcker und Heinz Wehner, der übrigens amtierender zweiter Deutscher Meister im Kaffee-Rösten ist, der Presse und Generalvikar Georg Kestel vor. Der beschloss kurzerhand eine kleine Fasten-Auszeit und testete eigenmündig. So selig erlebt man auch Männer der Kirche selten – nur etwas Angst vor seiner Haushälterin hatte Kestel – die Schokocreme kann tropfen. Doch der Generalvikar zeigte sich erfahren in der Handhabung runder Teigfladen und die Weste blieb sauber.

Jeden Tag ein Taler

Auch die anwesenden Passanten und Kunden zeigten sich begeistert, wenngleich die Meinungen für Verbesserungsvorschläge durchaus variierten. Der eine hätte lieber dickeren Teig, der andere lieber dickere Schokomasse gehabt. Unterm Strich waren alle mehr als zufrieden – müssen sie auch sein, denn bei 20 Cent Spende pro Sterntaler müssen einige 100.000 verkauft werden, um das Spendenziel zu erreichen. Neue Regel für Bamberger: Jeden Tag ein Sterntaler! Erhältlich bei den beiden Loskarn-Bäckereien, Postler, Schüller und Nöth in Stegaurach.

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30 Meter Zopf vom Leckerbäcker

30 Meter Zopf vom Leckerbäcker

Gepostet am Nov 16, 2007

500 Euro für die Lebenshilfe Hirschaid

Bamberg-Guide-Leckerbäcker Thomas Loskarn hatte sich wieder einen Rekord vorgenommen und geknackt – diesmal war es der längste Hefezopf der Welt. Und mit 30 Metern sollte ihm das auch gelungen sein. Das feine Gebäck landete dann allerdings Stück für Stück in den Händen der Besucher des Hirschaider Frühjahrsmarktes für einen guten Zweck: Die Frühförderstelle der Lebenshilfe…

„Wann fangen wir denn an?“ Diese Frage bechäftigt Moderator und Besucher um kurz vor dreizehn Uhr am Sonntagmittag meisten. Schließlich kreisen bereits seit mehreren Stunden Menschenschlangen um die zehn Bierbänke , auf denen das lange Gebäck begutachtet werden kann. „Da läuft einem ja richtig das Wasser im Munde zusammen“, raunt eine Passantin und so sorgt die allgemeine Lust auf den Hefezopf dafür, dass Bäckermeister Thomas Loskarn einem verfrühten Verkaufsstart zustimmt.

Und schon kann es losgehen. Heidemarie Pfeffermann von der Lebenshilfe Hirschaid nimmt das große Bäckermesser in die Hände und schneidet die ersten fünfzehn Zentimeter ab, die auch schon sofort einen Abnehmer finden. Von überall strecken sich den Kassendamen Hände mit Geldscheinen entgegen – offensichtlich ist der große Zopf fest in die Essensplanung der Bürger der 11.500-Einwohner-Gemeinde eingebunden.

„Das ist ein ganz besonderes Rezept. Alles kann ich natürlich nicht verraten, aber es sind etwa 100 eier, 40 Kilo Mehl, acht Kilo Butter und vier Kilo Zucker darin.“ Thomas Loskarn blickt mit stolz auf die Menschentraube – nach zwei Minuten sind bereits fünf Meter verkauft. „Unser Team war insgesamt über zehn Stunden damit beschäftigt, die 90 Kilo Teig zu verarbeiten.“ Doch seine Mitarbeiter sind das schon gewohnt: „Wir suchen immer wieder die Herausforderung, schließlich gibt es viele Back-Rekorde, die man noch brechen kann“, schmunzelt der Mann im weißen Dress.

Wichtig ist ihm dabei jedes Mal, dass der Reinerlös einem caritativen Zweck zugute kommt. Diesmal ist es die Beratungs- und Frühförderstelle der Lebenshilfe, einer Außenstelle der Lebenshilfe in Bamberg. Die Leiterin Heidemarie Pfeffermann hat auch schon konkretes mit den 562,30 € vor, die bei dem Verkauf des Zopfes zusammengekommen sind: „Wir haben in unserer Beratungsstelle einen Zauberraum mit Schwarzlicht und Msuikanlage – da muss einiges erneuert und ausgebaut werden – das hätte sonst noch lange warten müssen.“

Die Heilpädagogin ist die erste Anlaufstelle für Eltern von auffälligen 0-6-jährigen Kindern: „In der letzten Zeit nehmen motorische und sprachliche Störungen immer mehr zu. Bei uns können sich Eltern jederzeit kostenlos beraten lassen.“ Nachdem auch hier die Finanzierung immer wieder auf der Kippe steht, tut die kleine Finanzspritze sichtlich gut. „Wir sind natürlich auch auf solche Aktionen angewiesen und freuen uns über das Engagement von der Bäckerei Loskarn und den Hirschaidern.“ Dem kann sich das bamberg-guide-team nur anschließen.

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